Alliierte Verwaltung und „International Patrol“:

Im „Abkommen über die Alliierte Kontrolle“ vom 4. Juli 1945 und im „Abkommen der Alliierten über die Besatzungszonen“ vom 9. Juli 1945 wurden die Zonen in Österreich und die gemeinsame Verwaltung der Stadt Wien festgelegt. Höchste Entscheidungsbefugnis im Land hatte der „Alliierte Rat“, gebildet aus den Oberbefehlshabern der vier Besatzungsmächte.
Wien wurde in den Grenzen von 1937 in einen US-amerikanischen, einen britischen, einen französischen und einen sowjetischen Sektor eingeteilt. Den ersten Bezirk unterstellte man mit monatlich wechselndem Vorsitz allen vier Alliierten gleichermaßen (Viermächteverwaltung).
Grundgedanke der Viermächteverwaltung war die Überlegung, dass sämtliche wichtigen Regierungs- und Verwaltungsstellen in der Inneren Stadt lagen. Wäre dieser Bezirk von einem der vier Alliierten alleine kontrolliert worden, hätte dieser Druck auf die österreichischen Behörden und auch auf die Regierung ausüben können.




Die „Internationale Patrouille“, bestehend aus je einem Militärpolizisten jeder Besatzungsmacht, nahm am 5. August 1945 ihren Dienstbetrieb auf und bestand zunächst aus drei Soldaten. Am 27. September 1945 kam der Franzose als vierter Mann dazu (Vier im Jeep).

Der Jeep war bis Oktober 1946 in Verwendung. Nachdem bald klar war, dass das Fahrzeug unter anderem wegen seinem geringen Platzangebot für diese Funktion nicht sonderlich geeignet war, folgte bis Anfang der 50er Jahre ein wesentlich größerer und bequemerer Dodge Command Car und ab diesem Zeitraum bis zum Abzug der alliierten Truppen ein Chevrolet 51 Sedan.
Da die Fahrzeuge grundsätzlich von der US-amerikanischen Armee zur Verfügung gestellt wurden, waren auch die Fahrzeuglenker Amerikaner.
Hatte die Sowjetunion den Vorsitz inne, stellte sie zeitweise auch Fahrzeuge vom Typ Pobeda GAZ M-20 zur Verfügung.

Die Zuständigkeit der IP erstreckte sich auf das gesamte Wiener Stadtgebiet (vier Zonen und Internationale Zone) und umfasste die Gewährleistung von Ordnung und Sicherheit für die Zivilbevölkerung und die Angehörigen aller alliierten Armeen.
Die eigene Militärpolizei, über die jede Besatzungsmacht in ihrer Zone verfügte, war für die Aufrechterhaltung von Ordnung und Disziplin betreffend die Zivilbevölkerung und die eigenen Soldaten zuständig.

Am 27. Juli 1955 trat, nachdem er von allen fünf Staaten - Österreich, USA, Sowjetunion, Großbritannien und Frankreich - ratifiziert wurde, der österreichische Staatsvertrag (Staatsvertrag betreffend die Wiederherstellung eines unabhängigen und demokratischen Österreich, gegeben zu Wien am 15. Mai 1955) in Kraft. Am selben Tag beschloss der Alliierte Rat seine eigene Auflösung und damit endete die vierfache alliierte Aufsicht über Österreich. Die Besatzungstruppen hatten binnen 90 Tagen Österreich zu verlassen.

Am Schwarzenbergplatz (damals Stalinplatz) fand eine Truppenparade der vier Besatzungsmächte statt und unter Abspielen der Hymnen wurden die Fahnen der jeweiligen Länder eingeholt. Die Amerikaner ließen sich etwas Besonderes einfallen. Während die anderen Einheiten zu den Klängen ihrer eigenen Märsche paradierten, spielte die amerikanische Kapelle den Radetzkymarsch. Der Sonderapplaus der Zuseher war ihnen sicher.

Die Existenz der Internationalen Patrouille endete am 14. September 1955.




Historische Ton und Bilddokumente:


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International Patrol - Waffenkontrolle vor dem Einsatz.
www.youtube.com/watch?v=gBjjZ_PFmuY&feature=related


Einholen der Fahnen der Allierten vom Gebäude des Allierten Rates am Stalinplatz und hissen der Österreichischen Flagge.
www.youtube.com/watch?v=HDTskd6oqDc&feature=related